Therapie von Trisomie 21 (Down-Syndrom)
Die Trisomie 21 bzw. das Down-Syndrom selbst sind nicht heilbar, da es sich um eine Chromosomenveränderung handelt, die nicht rückgängig zu machen ist.
Hingegen gut therapieren lassen sich die organischen und körperlichen Begleiterscheinungen wie z. B. Herzfehler, Fehlbildungen der Verdauungsorgane oder Seh- und Hörstörungen. Nicht nur nötige Operationen, sondern auch Hörgeräte, Krankengymnastik (Ergo- und Physiotherapie) und Sprachförderung ( Logopädie ) helfen den Kindern ein halbwegs normales Leben zu führen.
Da jedes Kind mit Down-Syndrom einen individuellen Charakter, eine individuelle Ausprägung des Syndroms, sowie persönliche Stärken und Schwächen aufweist, ist die individuelle Frühförderung unerlässlich. Werden hier alle Möglichkeiten ausgeschöpft, ist es möglich, dass die Kinder integrative Kindergärten und Schulen besuchen und sogar einen Beruf erlernen können, um später ein nahezu selbstständiges Erwachsenenleben zu führen.
Hilfe und Unterstützung von Kindern mit Down-Syndrom
Nicht zu unterschätzen ist an dieser Stelle natürlich die Unterstützung durch die Familie. Helfende Hände und ein liebevoller Umgang innerhalb der Familie geben den Kindern den nötigen Halt. In sehr vielen Städten finden sich Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen, Frühförderzentren und integrative Einrichtungen, die Kindern mit Trisomie 21 helfen, in ein soziales und später auch berufliches Umfeld hineinzuwachsen und der Familie mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Hoffnung aus der Forschung für Menschen mit Trisomie 21 (Down-Syndrom)
FOCUS online berichtete im November 2009 von einer wissenschaftlichen Studie, die in der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ erschienen ist. Hier erforschten Wissenschaftler der Universität Stanford in Kalifornien die Wirkung von Neurotransmittern auf die Gedächtnisleistung von Labormäusen, die die genetischen Eigenschaften von Trisomie 21 aufwiesen. Dabei folgten die Wissenschaftler dem Ansatz, dass Kinder mit Trisomie 21 nicht mit einer geistigen Einschränkung zur Welt kommen. Diese Behinderung entsteht erst im Laufe ihrer Entwicklung. Das Gedächtnis der Kinder ist durch die genetische Veränderung gestört und speichert Informationen daher mangelhaft. Bei ihren Versuchen verabreichten die Forscher den veränderten Labormäusen eine mit Noradrenalin vergleichbare Substanz. Die Kommunikation zwischen den Nervenzellen der Mäuse verbesserte sich und das Erinnerungsvermögen wurde gestärkt.
Da Noradrenalin im menschlichen Gehirn als Neurotransmitter ebenfalls für eine bessere Kommunikation zwischen den Nervenzellen sorgt, hoffen die Wissenschaftler nun, dass bei einer frühzeitigen Behandlung mit Noradrenalin Kinder mit Trisomie 21 ebenfalls ein gestärktes Erinnerungsvermögen erhalten. Es sei allerdings noch nicht gesichert, inwieweit die Versuchsergebnisse auf den Menschen übertragbar seien. Die Wissenschaftler sind von ihrer Methode jedoch überzeugt und weisen auf ähnliche Erkenntnisse zur Alzheimer-Erkrankung hin.
Melissa Seitz
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